Wenn du dein erstes Buch mit Literaxis übersetzt hast, stehst du vor einer Wahl, die auf den ersten Blick verwirrend wirkt: Stil A, B oder C? Die kurze Antwort: Für die meisten Bücher ist B oder C schlüsselfertig – innerhalb von rund einer Stunde veröffentlichungsbereit. Die längere Antwort erklärt, warum es diese drei Varianten überhaupt gibt und was im Hintergrund passiert.
Stil A – die klassische, wörtliche Übersetzung
Stil A ist das, was die meisten Menschen unter "maschineller Übersetzung" verstehen: möglichst nah am Original, Satz für Satz, Wort für Wort. Das klingt nach der sichersten Variante – ist es aber nur bedingt.
Literatur lebt von Dingen, die sich nicht wörtlich übersetzen lassen: Wortspiele, Redewendungen, kulturelle Anspielungen, Rhythmus. Eine rein wörtliche Übersetzung trifft den Inhalt, verliert aber oft die Stimme des Buches. Deshalb ist Stil A selten zu 100 % veröffentlichungsfertig – er liegt eher bei 90–95 %. Er eignet sich am besten als Vorlage für eine professionelle Nachbearbeitung, zum Beispiel durch ein Lektorat oder einen menschlichen Übersetzer, der die letzten 5–10 % mit Feingefühl schliesst.
Stil B – sinngemäss, und für die meisten Bücher die richtige Wahl
Stil B überträgt die Bedeutung, nicht die Wortfolge. Redewendungen werden durch sinngemässe Entsprechungen in der Zielsprache ersetzt, Sätze werden so umgebaut, dass sie sich natürlich lesen. Das ist die Variante, die Literaxis für die meisten Indie-Bücher empfiehlt: nah genug am Original, um deine Aussage zu erhalten, frei genug, um in der Zielsprache wie ein echtes Buch zu klingen.
Stil C – kreativ angepasst
Stil C geht noch einen Schritt weiter und passt Formulierungen kreativ an die Zielsprache und -kultur an, wo eine wörtliche oder sinngemässe Übertragung schlicht nicht funktioniert – etwa bei Wortspielen, die nur im Original einen Doppelsinn ergeben, oder bei kulturellen Referenzen, die die Zielleserschaft nicht kennt. Hier wird am stärksten interpretiert, mit dem Ziel, die Wirkung des Originals zu erhalten statt seinen genauen Wortlaut.
Woher weisst du, wo es überhaupt eine Wahl gibt?
Hier kommt das annotierte PDF ins Spiel. Literaxis markiert automatisch alle Problemstellen im Text – Wortspiele, Reime, kulturelle Referenzen, Idiome – und zeigt dir für jede davon die drei Varianten nebeneinander: A (wörtlich), B (sinngemäss), C (kreativ angepasst). Du siehst also nicht nur dass etwas schwierig war, sondern auch, welche Lösungswege die KI vorschlägt.
Wie du deine Variante wählst
Im Dashboard gehst du jede markierte Stelle durch und entscheidest dich – geführt, Stelle für Stelle – für A, B oder C. Am Ende exportierst du dein Buch als Word-Dokument mit genau den Entscheidungen, die du getroffen hast. Kein manuelles Zusammensuchen, keine Version-Chaos zwischen drei Dateien.
Welche Variante für wen?
- Willst du dein Buch schnell und ohne weiteren Aufwand veröffentlichen? Wähle durchgehend B, punktuell C bei den markierten Problemstellen.
- Planst du ohnehin ein professionelles Lektorat danach? Dann ist Stil A als Basis eine solide, günstige Vorlage – dein Lektor arbeitet mit einem Text, der inhaltlich bereits stimmt und "nur" noch stilistisch verfeinert werden muss.
- Bist du unsicher? Die meisten Autor:innen fahren am besten damit, B als Standard zu nehmen und nur bei den vom annotierten PDF markierten Stellen zwischen den drei Varianten zu vergleichen.
Am Ende ist keine der drei Varianten "die eine richtige" – sie sind drei unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage: Wie nah am Original soll dein übersetztes Buch bleiben, und wie viel Nachbearbeitung bist du bereit zu investieren?